Vierwöchiger Schwedisch- Sprachaufenthalt in Uppsala (Schweden) (UISS- Uppsala International Summer Session)

Bericht von Samira MARTY

Ich habe im vergangenen Juli einen Schwedisch-Sprachkurs in Uppsala, nahe bei Stockholm, absolviert. Neben dem Erlernen der Sprache standen auch das Kennenlernen der schwedisch-skandinavischen Kultur und vielfältige Aktivitäten im Vordergrund.

 

  1. Die Sprachschule/ Unterricht

Da der Sprachunterricht nur jeweils acht Wochen im Sommer und weitere vier im Winter stattfindet, sind die Klassenzimmer in einem modernen Gebäude inmitten der Fussgängerzone der Stadt eingemietet. Durch die relativ kleinen Klassen (bis zu höchstens 15 Personen) ist der Lehrbetrieb sehr persönlich und herausfordernd. Obwohl ich zu Beginn kein Wort Schwedisch gesprochen habe und einige Mitschüler aus Polen oder Georgien kein Englisch, hat der Unterricht von Beginn an auf Schwedisch, und nur im Notfall auf Englisch, stattgefunden. Anfangs war das sehr anspruchsvoll, aber schon nach wenigen Tagen hat sich mir gezeigt, dass ich so die anfangs recht fremde Sprache sehr schnell ins Gehör bekommen habe.

Der Unterricht war sehr abwechslungsreich- auf Wunsch der Klasse spielten wir unter Anderem viele kleine Theater-Szenen, sangen täglich ein schwedisches Lied oder brachten unsere neuesten Errungenschaften, seien es schwedische „Ballerina- Kekse“ oder lustige Wörter („Jordgubbar“= Erdbeere), mit.

Nachmittags fand der Unterricht in ausgewählten Kleingruppen statt, wo der Fokus auf die schwedische Kultur gelegt wurde. In meiner Gruppe haben wir uns mit der temporären schwedischen Filmszene beschäftigt. Dies beinhaltete das Anschauen und Diskutieren verschiedenster Filme sowie Ausflüge - zum Beispiel ins Södermalm-Quartier in Stockholm, wo Kommissar Wallander im gleichnamigen Kinofilm ermittelt hat.

Als weitere Möglichkeiten von Nachmittagskursen wurden schwedische Geschichte, Popmusik, Literatur oder das politische Wohlfahrtsmodell von Schweden angeboten.

 

  1. Unterkunft

Für die Unterkunft standen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Einerseits ein kleines, privates Appartement in der unmittelbaren Nähe der Schule oder ein Zimmer in einer studentischen, echt schwedischen 8- Personen- WG. Letzteres kann ich herzlich empfehlen. Durch die schwedischen Mitbewohner fiel es ziemlich leicht, auch tatsächlich im Alltag die Landessprache zu sprechen. Eine grosse Küche, ein eigenes Bad und eine wöchentliche externe Putzequipe machten den Aufenthalt sehr komfortabel und relativ günstig. Da die meisten Studenten während dieser Zeit in den Ferien waren, habe ich nur mit zwei Studentinnen und einem Studenten aus dem Sprachkurs zusammengewohnt. Das war etwas vom Besten dieses Sommers: Wir haben fast jeden Abend zusammen gekocht, zum Vergnügen der Schwedinnen unsere neuen schwedischen Sätzchen laut gelernt, sind zusammen ausgegangen etc. Durch viele Konversationen und Ländervergleiche habe ich vor allem auch einen besseren Einblick in das schwedische Universitätswesen und –leben bekommen.

 

  1. Ausserschulische Aktivitäten

Vom Begrüssungs-Dinner zum mittsommerlichen Krebsessen, vom weltweiten Buffet zum echt schwedischen Farewell-Dinner habe ich fantastische authentische Studentenabende verbracht, die allesamt von der Schule organisiert wurden.

Jeden Freitag wurde zudem eine freiwillige Exkursion in der Umgebung angeboten, wie zum Beispiel ein Ausflug ins nahe Stockholm mit jenen organisierten Besichtigungen. Ein Höhepunkt war für mich ein Wochenendtrip nach Värmland, einer Region ganz im Westen Schwedens, wo wir auf einem Floss, selbstgebaut aus Baumstämmen und Seilen, einen Tag lang dem Flussverlauf gefolgt sind.

 

  1. Persönliche Empfehlung

Was ich zuerst als getarnte Senioren-Beschäftigung oder einsame Langweilerferien fürchtete, stellte sich als ein spannender Treffpunkt verschiedenster junger Leute aus der ganzen Welt heraus. Noch heute, rund ein halbes Jahr später, habe ich Kontakt zu „Mitschülern“ aus den Niederlanden, England oder den USA.

Ich kann den Sommerkurs, wie wohl aus meiner Beschreibung ersichtlich wurde, nur wärmstens all denen empfehlen, die sich für die schwedische Lebensweise und Sprache interessieren.

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